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Da konnte ich nicht anders, als sie mit hierhin bringen, damit sie sich ausruhen kann. Nur, bis es  ihr  wieder besser geht, und ich ihr etwas zu fressen geben kann.« Ahus aber bleibt  streng, sieht  mich  mit  gewölbten Augenbrauen an, scheint weder überzeugt, noch gewogen zu  sein, mich  hier  aufzunehmen. Ganz  deutlich kann  ich  seinen  missmutigen  Blick  erkennen! »Gut,  einen  Tag  kann  sie  bleiben«, zeigt  er  sich  zuerst einverstanden, wird dann dunkler. »Aber  morgen  früh  ist  sie  fort  von  hier. Ich  kann  hier  keine  Katze gebrauchen, die  den  Gästen  zwischen  den  Beinen  herumläuft,  Haare  auf  den  Kleider  der  Kaufleute hinterlässt, oder an den Mänteln der Adeligen kratzt. Was  denkst  du  denn, wer  dann  hier  noch  abends kommt?«
»Ja, Vater«, antwortet Pauline etwas kleinlaut. »Morgen früh bringe ich sie weg. Versprochen.«
»Gut. Dann halte  dich  auch  daran – heute  ist  Ruhetag, da  macht  das  nichts, aber  danach  keinen  Tag länger«, sieht sich der Vater nickend einverstanden, nimmt das Rumfass wieder hoch, und geht damit hinter die Theke.
Sie indes spricht ganz leise zu mir, als sich der Vater abgewandt hat. »Was mache ich nur  mit  dir?«, seufzt sie. »Ich würde dich so gerne behalten, aber Vater will es nicht. Dabei bist du doch so ein liebes Tier.« Bei diesen Worten streichelt sie mir ganz sanft über den Kopf.
»Aber ich hole dir jetzt erst einmal etwas zu fressen«, fügt sie noch hinzu, verschwindet dann in der  Küche, bis sie kurz darauf mit einem Schälchen Wasser zurückkehrt und – ja  und, und! – einem  Teller  mit  einem riesigen Fisch dessen herrlicher Geruch bald den ganzen Schankraum eingenommen  hat. Ich  vergewissere mich, ob auch niemand in der Nähe ist, der  mir  diese  Festspeise  abspenstig  machen  kann – und  stürze mich dann auf die Beute.
Genüsslich schlecke ich mir nach dem Mahl das Maul, koste noch  einmal  das  Aroma, nach dem  ich  den Fisch bis auf die Gräten verspeist habe, wanke dann zufrieden  hinter  den  Ofen. Wie  nach  großer  Mühe strecke ich meine Glieder, lege  mich  dann  zufrieden  hin, und  lasse  mich  mit  den  Gedanken  an  dieses schöne Mahl ins Reich der Träume gleiten…was für ein Tag!

Am nächsten Morgen kommt Pauline zu mir, nimmt mich auf den Arm, drückte mich ganz vorsichtig an sich und streichelt mich  sanft, weckt  mich  dann  mit  ihren  wohlklingenden  Stimme, die  bereits  zu  Musik  in meinen Ohren geworden ist.
»Nun wird es  Zeit, ich  muss  dich  fort  bringen«, spricht  sie  etwas  betroffen, denkt  bereits  jetzt  an die Trennung – bis ihre Augen etwas heller leuchten. »Ja«, sagt  sie  zu  sich  selbst, »dies  ist  eine  gute Idee.«

Sie geht mit mir auf dem Arm aus  dem  Wirtshaus, und  zusammen  schlendern  wir  durch  die  Stadt. Wir kommen dabei an der Kirche vorbei, wo gerade der Herr Baron von Studnitz, einer der  reichsten Männer der Stadt, mit seiner Familie zum Frühgottesdienst geht – zum Glück sieht er mich nicht, denn zuletzt war er sehr erbost darüber, als ich Zaunkönige in seinem Rosengarten jagte.